Naturschutz und Erneuerbare Energie
Wissenschaftler hält den Greifvogel auf dem Arm
© Ubbo Mammen/Ökotop

Verdacht auf Greifvogel-Wilderei im Saalekreis

Ein mit einem GPS-Sender ausgestatteter Rotmilan aus einem Forschungsprojekt ist in Asendorf (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) auf mysteriöse Weise verschwunden. Nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord ist aufgrund der Umstände von illegaler Greifvogelverfolgung auszugehen. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

Mit dem Sender ausgestattet wurde der Vogel am 05.06.2018 bei Dornstedt (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) im Rahmen eines Forschungsprojektes, das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutzes (BfN) die Flugwege der Vögel in ihren Brutgebieten erforscht. "Das Gerät funktionierte einwandfrei und wir konnten die Wege des Vogels über 5 Tage genau verfolgen und wichtige Daten sammeln", so Biologe Ubbo Mammen vom Gutachterbüro Ökotop aus Halle. Dies änderte sich Vormittag des 11.06.2018, als der Sender meldete, dass sich der Standort des Vogels seit mehreren Stunden nicht verändert hatte. "Das ist typisch für einen toten oder verletzten Vogel", so Mammen, der kurze Zeit später aufbrach, um den Vogel zu bergen. Die letzte Positionsmeldung kam aus einem Weizenfeld am östlichen Ortsrand von Asendorf, etwa einen Kilometer von seinem Horst entfernt. Nach kurzer Suche gelang es schließlich, den Sender zu finden. "Das reißfeste Teflonband, mit dem wir das Gerät am Vogel befestigt hatten, war mit glattem Schnitt durchtrennt worden", berichtet Ubbo Mammen. Von dem Vogel mit einer Flügelspannweite von rund 1,70 Metern fehlte allerdings jede Spur.

Fest steht, dass der Rotmilan in menschliche Hände geraten ist und der Sender mit einer scharfen Klinge entfernt wurde. Aus den im Speicher erfassten Zusatzdaten geht hervor, dass dies im Bereich einer Geflügelhaltung am westlichen Ortsrand von Asendorf geschah, wo der Vogel am 11.06. kurz nach 7 Uhr morgens landete und sofort in eine artuntypische Lageposition geriet. "Der Sender wurde später abgetrennt und zu dem etwa einen Kilometer entfernten Getreidefeld transportiert, wo wir ihn gefunden haben", vermutet Mammen. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen. 

Quelle

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
An der Ziegelei 8, D-53127 Bonn
Tel: 0228/665521
Fax: 0228/665280
Email: info(at) avoid-unrequested-mailskomitee.de 

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