Naturschutz und Erneuerbare Energie
Ein Rotmilan fliegt vor einem Strommast
Martin Grimm

Neue Publikationen des BfN

Der im BfN-Themenschwerpunkt Natur und Erneuerbare erarbeitete Fachkonventionsvorschlag zu Vogelschutzmarkern an Freileitungen und das neue BfN-Skript zur "Erfassung und Bewertung kumulativer Beeinträchtigungen im Rahmen naturschutzfachlicher Prüfinstrumente" bieten beide praxisrelevante Informationen und Ansätze für die bessere Berücksichtigung des Artenschutzes in der bundesweiten Planungs- und Genehmigungspraxis.

Fachkonventionsvorschlag zur Verwendung von Vogelschutzmarkern an Freileitungen für die Planungspraxis

Um die Kollisionen von Vögeln an Freileitungen zu verringern, kommen weltweit sogenannte Vogelschutzmarker zum Einsatz. Das Vorhaben "Artspezifische Wirksamkeiten von Vogelschutzmarkern an Freileitungen" analysierte unter Berücksichtigung von Faktoren wie Markertyp, Zielarten und Umgebungsvariablen die Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern und legt mit der aktuellen Veröffentlichung einen Fachkonventionsvorschlag vor, der 164 Vogelarten berücksichtigt. Der Vorschlag beruht auf einer umfassenden Literaturauswertung, einer schriftlichen Expertenbefragung und eines Workshops mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten. Die abschließende Fertigstellung erfolgte in Abstimmung mit überwiegend nationalen Expertinnen und Experten. Das BfN-Skript bildet zum derzeitigen Stand die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Thematik ab. Zukünftige Feldstudien bzw. Forschungsergebnisse können in den bewertungsmethodischen Rahmen des Fachkonventionsvorschlages integriert werden. Damit ist auch eine Fortschreibung im Hinblick auf eine anerkannte Fachkonvention für die Zukunft gewährleistet und gesichert, dass der Planungspraxis jeweils ein aktueller Stand von Wissenschaft und Technik zur Verfügung steht.


BfN-Skript:

Liesenjohann, Monique; Blew, Jan; Fronczek, Stefanie; Reichenbach, Marc; Bernotat, Dirk (2019): Artspezifische Wirksamkeiten von Vogelschutzmarkern an Freileitungen. Methodische Grundlagen zur Einstufung der Minderungswirkung durch Vogelschutzmarker – ein Fachkonventionsvorschlag. Ergebnisse des gleichnamigen F+E-Vorhabens (FKZ 3516 83 0700) (BfN-Skripten 537) (Download als pdf)

Ab dem 19.08.2019 können gedruckte Exemplare kostenfrei bestellt werden. Bitte senden Sie dazu eine Mail  an das BfN,  Außenstelle Leipzig, FG II 4.3 Naturschutz und erneuerbare Energien, Herrn Friedhelm Igel

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat das Forschungsvorhaben mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert

 
Ermittlung und Bewertung kumulativer Beeinträchtigungen im Rahmen naturschutzfachlicher Prüfinstrumente (insbesondere zu Natura 2000-Gebieten)

Bei der Planung und Genehmigung von Projekten sind insbesondere bei Betroffenheit von Natura 2000-Gebieten Wirkungen anderer Pläne und Projekte zu berücksichtigen. In der Praxis bestehen jedoch oft noch Unsicherheiten, wie dies fachlich und rechtlich angemessen bewältigt werden kann.

Ziel des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts "Ermittlung und Bewertung kumulativer Beeinträchtigungen im Rahmen naturschutzfachlicher Prüfinstrumente" ist es, die in der Praxis bestehenden Unsicherheiten zu minimieren, indem u. a. die maßgeblichen Begriffe und rechtlichen Anforderungen geklärt werden, die methodische Herangehensweise zur Erfassung kumulativer Beeinträchtigungen beschrieben wird, Hilfestellungen und Orientierungspunkte gegeben werden, wie kumulative Beeinträchtigungen bewertet werden können, sowie geklärt und dargestellt wird, inwieweit Kompensationsmaßnahmen oder anderweitige, den Erhaltungszustand positiv beeinflussende Maßnahmen und Entwicklungen die Kumulationsprüfung entlasten können.

Der Schwerpunkt der Betrachtungen liegt auf dem Prüfinstrument der FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP). Ergänzend werden für weitere Regelungsbereiche bzw. Prüfinstrumente – Verschlechterungs- und Störungsverbot nach Art. 6 Abs. 2 FFH-RL, Strategische Umweltprüfung (SUP) / Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), besonderer Artenschutz, Eingriffsregelung, gesetzlicher Biotopschutz, Umweltschadensrecht sowie Umweltziele nach Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) – die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen untersucht und dargestellt.

Es zeigt sich, dass "andere Pläne und Projekte" in der deutschen Verwaltungspraxis in zwei unterschiedlichen Bewertungszusammenhängen anzutreffen sind: zum einen bei der Vor- oder Hintergrundbelastung und zum anderen als kumulatives Projekt im engeren Sinn. Im engeren Sinn spielen kumulative Projekte nur im Rahmen von Natura 2000-Verträglichkeitsprüfungen und hier insbesondere im Zusammenhang mit Bagatellbetrachtungen eine Rolle. Kumulativ beeinträchtigend können vorangegangen verwirklichte oder genehmigte Vorhaben aber auch sein, indem sie im Sinne einer Vorbelastung negative Wirkungen auf das jeweilige Schutzgut ausüben, die in der Bewertung berücksichtigt werden müssen.

BfN-Skript:

Uhl, Rudolf; Runge, Holger; Lau, Marcus (2019): Ermittlung und Bewertung kumulativer Beeinträchtigungen im Rahmen naturschutzfachlicher Prüfinstrumente. Endbericht des gleichnamigen F+E-Vorhabens (FKZ 3516 82 3100) (BfN-Skripten 534) (Download als pdf) Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat das Forschungsvorhaben mit Mitteln des

Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

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