Energiewende
Sechs Aufnahmen einer Kleinwindanlage an landwirtschaftlich-bäuerlichen geprägten Standorten.
Die Feldstudie untersuchte die Gefährdungssituation für Fledermäuse an einer neu installierten Kleinwindenergieanlage (KWEA), die Aufnahmen zeigen die sechs ausgewählten Standorte und das jeweilige Set-up. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0253782

Berücksichtigung von Fledermäusen bei der Errichtung von Kleinwindenergieanlagen

Neues BfN-Skript erschienen

Die Feldstudie untersuchte erstmals die Gefährdungssituation für Fledermäuse an einer neu installierten Kleinwindenergieanlage (KWEA). Dazu stellten die Forschenden an sechs Standorten, die wegen ihres hohen Aufkommens von Fledermäusen ausgewählt wurden, eine modifizierte mobile KWEA auf. Mit Nachtsichtgeräten, einer Wärmebildkamera und einer 3-D-Infrarotkamera wurde an jedem Standort in vier bis fünf Nächten das Flugverhalten der Fledermäuse an der KWEA erfasst und in der Folge ausgewertet.

Insgesamt wurden sehr hohe Fledermausaktivitäten (7.850 Flugbahnen) im Rotorbereich beobachtet und zwar unabhängig davon, ob oder wie schnell sich der Rotor drehte. Unterschiedliche Betriebsmodi wirkten sich dahingehend aus, dass langsam drehende Rotoren mehr Erkundungsverhalten und eine stärkere Annäherung an den Rotor zur Folge hatten als ein stillstehender oder sich schnell drehender Rotor. Insgesamt waren die Einflüsse der unterschiedlichen Standorte mit ihrer unterschiedlichen Vegetationsstruktur, Art des Fledermausaufkommens (Flugstraße, Quartier, Jagdbereich) und vor allem ihres unterschiedlichen Artenspektrums um ein Vielfaches wichtiger für den zum Rotor gehaltenen Abstand, als der Betriebsmodus. So näherten sich Arten der Myotis-Gruppe deutlich näher an den Rotor an als Pipistrelloide, und diese flogen wiederum näher als Nyctaloide.

Obwohl die Fledermäuse an den KWEA eine sehr hohe Manövrierfähigkeit bewiesen und 65 von 176 erfolgreichen Rotordurchflügen sogar bei sich drehendem Rotor stattfanden, kam es im Fall einer Mückenfledermaus zu einer Kollision. Es ist daher denkbar, dass zumindest an Hochrisiko-Standorten wie in Quartiernähe, in Flugstraßen oder in stark frequentierten Jagdgebieten die an großen WEA angewandten Schwellenwerte von 1-2 toten Fledermäusen pro Anlage und Jahr auch durch KWEA überschritten werden könnten.

Hartman, S., Günther, F., Lüdtke, B., Hochradel, K., Schauer-Weisshahn, H., Brinkmann, R. (2021): Berücksichtigung von Fledermäusen bei der Errichtung von Kleinwindenergieanlagen – Ein Experiment in Süddeutschland. Bonn-Bad Godesberg, BfN-Skripten 604

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