Naturschutz und Erneuerbare Energie
Eine Bechsteinfledermaus in einer Baumhöhle
© Klaus Echle

Fledermäuse und Windenergie im Wald III

Projekttitel: Erweiterte Untersuchungen zu Auswirkungen von WEA im Wald auf Fledermäuse

Im Fokus

  • Verlagern sich die Quartiere und Jagdhabitate von Fledermäusen nach der Errichtung von Windenergieanlagen?
  • Wie werden typische Ausgleichsmaßnahmen angenommen?
  • Empfehlungen für Standards bei der Auswahl von Windenergie-Standorten

Kontakt

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstr. 9, 79110 Freiburg
Johanna Hurst
hurst(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de
Tel: 0761/208 999 63
Dr. Robert Brinkmann
brinkmann(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Förderung

FKZ 3518 86 1000
Ressortforschungsplan 2018
Laufzeit: 11/2018 – 12/2021

Der weitere naturverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran. Unter anderem werden zunehmend Standorte in Wäldern für die Windenergie erschlossen. Nach wie vor besteht Forschungsbedarf zu den Auswirkungen von Windenergieanlagen im Wald auf verschiedene Arten. Dieses Projekt untersucht, wie waldsensible Fledermausarten, die Bechsteinfledermaus und das Braune Langohr, auf den Betrieb von Windenergieanlagen im Kerngebiet der Wochenstubenkolonien reagieren. Dazu werden Nachher-Untersuchungen in verschiedenen Windparks sowie in einem Referenzgebiet durchgeführt.

Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, ob durch den Betrieb der Windenergieanlagen in Wäldern Fledermauskolonien erheblich gestört werden, so dass Lebensraumverluste auftreten, die über die tatsächliche Rodungsfläche hinausgehen. Solche Störungseffekte sind vor allem für passiv-akustisch jagende Arten wie das Braune Langohr und die Bechsteinfledermaus nicht auszuschließen. Für diese Arten könnte der Betrieb von Windenergieanlagen zum Beispiel dazu führen, dass Quartierzentren von den Anlagen weg verschoben werden und die Waldflächen um die Anlagen großräumig umflogen werden und somit nicht mehr als Jagdhabitate zur Verfügung stehen. Entsprechend müssten in diesem Fall Ausgleichsmaßnahmen in einem größeren Umfang geplant werden.

Im Detail sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Verlagern sich nach der Errichtung von Windenergieanlagen aufgrund von Störungseffekten die Quartierzentren und/oder die Aktionsräume der Fledermauskolonie? In welcher Entfernung von den Anlagen ist noch mit solchen Effekten zu rechnen?
  • Werden typische Ausgleichsmaßnahmen (z.B. Aufhängen von Fledermauskästen) durch die Kolonien angenommen? Wie kann die Effektivität der Maßnahmen ggf. gesteigert werden?
  • Unter welchen Voraussetzungen (z.B. Entfernung der Quartiere von den Standorten) kann damit gerechnet werden, dass eine lokale Population durch die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen gefährdet oder erheblich gestört wird?

Vorgehen

Für die Nachher-Untersuchungen sollen Standorte genutzt werden, an denen bereits in einem vorangegangenen Projekt in zwei Jahren Vorher-Untersuchungen des Braunen Langohrs stattfanden. An diesen Standorten (zwei geplante Windparks und ein Referenzstandort) sollen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren intensiv die Quartier- und Habitatnutzung sowie Koloniegrößen untersucht und mit den Ergebnissen vor der Errichtung des Windparks verglichen werden.

Zusätzlich soll in einem weiteren Windpark die Bechsteinfledermaus mit ähnlichen Methoden untersucht werden. Da dieser Windpark schon lange besteht, ermöglicht es diese Untersuchung, auch Langzeitwirkungen auf Fledermauskolonien festzustellen. Da für diese Untersuchung allerdings keine vergleichbaren Erfassungen vor Errichtung des Windparks vorliegen, soll stattdessen überprüft werden, ob die Raum- und Quartiernutzung dem aufgrund der Habitatausstattung zu erwartenden Muster entspricht.

Arbeitspakete

  1. Nachher-Untersuchungen an einer Kolonie der Bechsteinfledermaus in einem bereits lange bestehenden Windpark im Wald.
  2. Ergänzende Nachher-Untersuchungen an Kolonien des Braunen Langohrs in zwei errichteten Windparks und einem Referenzgebiet.
  3. Weiterentwicklung von bundesweiten Empfehlungen für Voruntersuchungen und Maßnahmen an Waldstandorten

Projektpartner

Projektleitung

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstr. 9, 79110 Freiburg
Johanna Hurst
hurst(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de
Telefon +49 761 208 999 63
Dr. Robert Brinkmann
brinkmann(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Fördergeber

BfN II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Ruth Petermann
Ruth.Petermann(at) avoid-unrequested-mailsBfN.de

Leitthema

Artenschutz 
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