Naturschutz und Erneuerbare Energie

Fledermäuse und Windenergie im Wald I

Projekttitel: Untersuchung zur Minderung der Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Fledermäuse, insbesondere im Wald

Im Fokus

  • Die Funktion bestimmter Wälder in Bezug auf Fledermäuse
  • Ermittlung von möglichen Konflikträumen
  • Standards für die Voruntersuchung von Windenergie-Standorten und das Monitoring

Kontakt

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg im Breisgau
Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Förderung

FKZ 3512 84 0200
UFOPLAN 2012
Laufzeit: 01.08.2012 - 30.04.2016

Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, durch die Zusammenführung und Auswertung vorhandener Daten die Auswirkungen von WEA auf Fledermäuse im Wald zu ermitteln, einzugrenzen und relevante Kenntnisdefizite durch eigene Fallstudien abzubauen. Zusätzlich sollen als Orientierung für Bewertung von Eingriffswirkungen auf verschiedenen Maßstabsebenen Referenzwerte zu Populationsgrößen ermittelt werden. Aufbauend auf den Ergebnissen sollen methodische Standards für die Erfassung und das Monitoring von Fledermauspopulationen bei konkreten Windkraftprojekten entwickelt werden. Das Vorhaben ist bereits abgeschlossen.

Zielstellungen des Projekts sind

  • die Ermittlung der Funktion von bestimmten Wäldern als Wochenstuben-, Paarungs- und Überwinterungsgebiete,
  • die Untersuchung von Raum-Zeit-Mustern der Aktivität von Fledermäusen mit besonderem Fokus auf die Höhenaktivität, zur Ermittlung von Konflikträumen im regionalen Maßstab (z.B. bei der Zwergfledermaus),
  • die Identifizierung der Schlüsselparameter zur Beurteilung der Eingriffswirkung von WKA und zur Prüfung kumulativer Effekte auf der Ebene lokaler Populationen sowie der biogeografischen Regionen,
  • Ableitung von Hinweisen zur Identifizierung von Konflikträumen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse,
  • Formulierung methodischer Standards für die Voruntersuchung von ausgewiesenen Standorten und das Monitoring von WKA an Waldstandorten aus naturschutzfachlicher Sicht.

Vorgehen

In einer Literaturstudie wurde zunächst für alle in Deutschland vorkommenden Arten die Funktion verschiedener Wälder als Wochenstuben-, Paarungs- und Überwinterungsgebiet sowie als Jagdhabitat ermittelt. Darauf aufbauend wurden offene Fragen identifiziert und insgesamt sechs Fallstudien entwickelt.

Die Fallstudien beinhalten einerseits die Analyse großer Datensätze um wichtige Habitatfaktoren sowie Aktivitätsmuster von Fledermäusen zu identifizieren. Dazu werden verschiedene Daten analysiert:

  • Wochenstubenvorkommen zur Entwicklung von Verbreitungsmodellen,
  • Daten aus akustischen Aktivitätsmessungen in Bodennähe zur Bestimmung von Einflussfaktoren auf die Fledermausaktivität (Landschaftsparameter und Witterungsparameter)
  • Daten aus akustischen Aktivitätsmessungen in verschiedenen Höhen über dem Wald zur Ermittlung der Einflussparameter für Höhenaktivität.

Zum anderen wurden in drei Feldstudien Daten zur Höhenaktivität verschiedener Arten konkret erhoben:

  • An einem Schwärmquartier der Zwergfledermaus,
  • In Wochenstubengebieten und einem Schwärmgebiet der Mopsfledermaus,
  • In einem Paarungs- und Überwinterungsgebiet des Kleinabendseglers.

Ergebnisse

Anhand der Ergebnisse der Literaturrecherchen und Fallstudien wurden Empfehlungen für Erfassungsmethoden und Maßnahmen an Waldstandorten gegeben. Die Ergebnisse wurden in der Schriftenreihe des BfN Naturschutz und Biologische Vielfalt veröffentlicht.

Als Ergänzung zur oben genannten Veröffentlichung wurden Artsteckbriefe aller einheimischen Fledermausarten erstellt. Sie behandeln in Kürze die Waldnutzung der verschiedenen Fledermausarten im Hinblick auf die Gefährdung beim Bau von WEA im Wald und enthalten Hinweise zur Erfassung und zur Maßnahmenentwicklung bei Windkraftprojekten. Genauere Informationen zu den genannten Erfassungsmethoden und Maßnahmen finden sich im zugehörigen Buchkapitel.

Die Artsteckbriefe wurden auf der Internetseite des Freiburger Instituts für angewandte Tierökologie (FrInaT) veröffentlicht.

In einer weiteren Veröffentlichung wurden im Rahmen des Projekts erhobene Daten zur Quartiernutzung der Mopsfledermaus analysiert:

Kortmann, M., Hurst, J., Brinkmann, R., Heurich, M., Silveyra González, R., Müller, J. & Thorn, S. (2018): Beauty and the beast: how a bat utilizes forests shaped by outbreaks of an insect pest. – Animal Conservation 21: 21-30.

Arbeitspakete

  1. Projektleitung
  2. Funktionsraumanalyse von Fledermäusen in Wäldern  (Literaturstudie)
  3. Entwicklung eines Untersuchungskonzeptes für die Fallstudien anhand in der Literaturstudie identifizierter offener Fragen
  4. Fallstudien/Geländeuntersuchungen
  5. Identifizierung von Schlüsselparametern
  6. Formulierung naturschutzfachlicher Standards (veröffentlicht in Natur und Landschaft, Hurst et al. 2015)

Projektpartner

Projektleitung

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg im Breisgau
Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz
BfN II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Ruth Petermann
ruth.petermann(at) avoid-unrequested-mailsbfn.de

Leitthema

Artenschutz 
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