Energiewende

Fledermäuse und Windenergie im Wald II

Projekttitel: Vorher-Nachher-Untersuchungen an WKA im Wald zur Ermittlung der Auswirkungen auf Fledermausvorkommen

Im Fokus

  • Wie werden sensible Wald-Fledermausarten (z.B. Mopsfledermaus, Braunes Langohr, Bechsteinfledermaus) durch Bau und Betrieb von Windenergieanlagen im Wald beeinflusst?
  • Entstehen durch den Betrieb der WEA Störungseffekte für die sensiblen Waldarten?
  • Welche Kompensationsmaßnahmen sind für diese Arten geeignet?

Kontakt

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg im Breisgau
Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Förderung

FKZ 3515 86 0800
UFOPLAN 2015
Laufzeit: 01.09.15 - 30.04.19

Ob und inwieweit Windenergieanlagen an Waldstandorten verschiedene Fledermausarten beeinträchtigen, stören oder gar erheblich gefährden, ist Gegenstand dieses Forschungsvorhabens. Auf Grundlage der Untersuchungen sollen Maßnahmen für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen vorgeschlagen werden, in deren Umfeld Populationen sensibler Waldfledermausarten leben.

Bisher wird in der Planungspraxis davon ausgegangen, dass Fledermäuse durch den Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) nicht gestört werden. Als Gefährdungsfaktoren sind lediglich der Verlust von Quartieren und Jagdhabitaten durch Rodungen sowie das Kollisionsrisiko identifiziert; diesen Faktoren wird in der Regel begegnet, indem Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen eingeplant werden. Gerade sensible Waldfledermausarten, vor allem solche, die passiv-akustisch orten, könnten aber auch durch den Betrieb der WEA (z.B. durch Schallemissionen) soweit gestört werden, dass sie ihre Aktionsräume von den Anlagenstandorten weg verlagern. Dies könnte die Qualität der Lebensstätten in einem Gebiet verringern, das über die tatsächliche Rodungsfläche hinausgeht. Entsprechend müssten in diesem Fall Ausgleichsmaßnahmen in einem größeren Ausmaß geplant werden. Auf der anderen Seite kann auch eine Attraktionswirkung der WEA nicht ausgeschlossen werden, beispielsweise für die Mopsfledermaus und andere Arten, die an Randstrukturen jagen.

Vorgehen

In mindestens drei Fallstudien soll daher untersucht werden, wie Fledermauskolonien auf die Errichtung und den Betrieb von WEA innerhalb ihres Aktionsraums reagieren. Dazu werden Quartier- und Habitatnutzung sowie Koloniegrößen und Populationsentwicklung sowohl vor als auch nach Errichtung des jeweiligen Windparks intensiv erforscht. 

Die Untersuchungen werden an Waldstandorten von WEA mit Vorkommen der betreffenden Arten durchgeführt. Für die Bewertung der Ergebnisse aus den Projektgebieten sollen Referenz-Untersuchungen in ungestörten Populationen durchgeführt sowie weitere vorhandene Daten ausgewertet werden.

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse werden Maßnahmenempfehlungen für den Bau von WEA im nahen Umfeld von Populationen sensibler Waldfledermausarten formuliert.

Ergebnisse

Eine Kolonie der Mopsfledermaus wurde in einem Windpark vor und nach Errichtung der Anlagen untersucht. Dazu wurden die Tiere in einem Jahr vor und zwei Jahren nach Errichtung der Anlagen telemetriert. Außerdem wurden akustische Erfassungen an den WEA und an Referenzstandorten durchgeführt. Die Telemetrie ergab keine Hinweise auf eine Verschiebung der Quartier- und Jagdhabitate. Auch die akustische Aktivität veränderte sich nicht durch die Präsenz bzw. den Betrieb der Anlagen.

Außerdem wurden drei Kolonien des Braunen Langohrs (zwei in geplanten Windparks und eine in einem Referenzgebiet) während zwei Jahren untersucht. Auch hier wurden jeweils mehrere Weibchen telemetriert, um Quartier- und Jagdgebiete zu erfassen und Habitatmodelle zu erstellen. Es zeigten sich große Unterschiede in der Habitatnutzung zwischen den verschiedenen Gebieten und Untersuchungsjahren. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Untersuchungen nach Errichtung der Anlagen, die im Projekt Fledermäuse und Windkraft im Wald III geplant sind.

Projektpartner

Projektpartner

Projektleitung 
Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg im Breisgau
Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de 
Dipl.-Biologin Johanna Hurst
Tel: 0761/208 999 63
hurst(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de 

Fördergeber 
Bundesamt für Naturschutz BfN
II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Ruth Petermann
ruth.petermann(at)avoid-unrequested-mailsbfn.de 

Leitthema

Artenschutz   
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