
Wälder, Lebensraum für Spechte, Eulen und andere Vogelarten, werden im Zuge der Energiewende zunehmend Standorte für Windparks. Geräusche, Bewegung oder Kulissenwirkung könnten sich störend auf diese Waldvogelarten auswirken und zu einer Meidung von Waldbereichen nahe von Windparks führen. Mit automatisierten akustischen Erfassungen soll in diesem Vorhaben untersucht werden, ob Windparks zu einer veränderten Nutzung des Habitats Wald bei ausgewählten Vogelarten führen. Hierfür wird in einem ersten Erprobungsjahr eine innovative Technik erprobt und dann in den beiden Folgejahren im Bereich von zehn Windparkstandorten eingesetzt.
Im Forschungsvorhaben „Bau- und Betriebsmonitoring von Windenergieanlagen im Wald“ (Reichenbach et al. 2015) ergaben sich auf der Basis zweijähriger Untersuchungen an insgesamt zwölf Windparks mit der Methode der Revierkartierung erste Hinweise, dass die Artengruppe der Spechte möglicherweise durch Windenergieanlagen beeinträchtigt wird. Das Vorhaben soll daran anknüpfen und einen wesentlichen Kenntniszuwachs über Störwirkungen und Verdrängungseffekte in Bezug auf bestimmte Waldvogelarten liefern. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Optimierung des Planungs- und Genehmigungsprozesses für betroffene Arten leisten und das Risiko von erheblichen Beeinträchtigungen im Sinne des europäischen Arten- und Gebietsschutzes sowie der Eingriffsregelung minimieren helfen.
Vorgehen
Die Untersuchungen erfolgen vorrangig durch eine automatisierte akustische Erfassung, die in größerem Umfang quantitative akustische Daten im Rahmen eines systematischen Impact-Gradient-Designs erhebt, ergänzt durch eine Revierkartierung und Brutplatzsuche. Dieser innovative Ansatz beruht auf einer technischen Eigenentwicklung, deren grundsätzliche Eignung bereits getestet wurde. Im Rahmen des hier geplanten Vorhabens soll ein erstes Erprobungs- und Optimierungsjahr genutzt werden, um diese Methode weiter auszubauen und an die spezifischen Anforderungen der Untersuchung anzupassen.
Ergebnisse
BfN-Schriften 643
2022
- Ermittlung, Fortschreibung und Einbeziehung des aktuellen Kenntnisstandes zur spezifischen Betroffenheit von Vögeln durch Windenergieanlagen im Wald,
- Erprobung und Optimierung der einzusetzenden Technik zur akustischen Erfassung sowie der weiteren Methodik im ersten Untersuchungsjahr,
- Durchführung und Auswertung zweijähriger Felduntersuchungen in zehn bestehenden Windparks,
- Entwicklung naturschutzfachlicher Handlungshinweise für störungsempfindliche Vogelarten bei Planung und Errichtung von Windenergieanlagen im Wald,
- Entwicklung eines Untersuchungskonzeptes für den weiteren Forschungsbedarf, insbesondere für die Arten Ziegenmelker und Mäusebussard.
Projektleitung
ARSU GmbH
Escherweg 1
26121 Oldenburg
Dr. Marc Reichenbach
Tel: 0441/9717493
reichenbach@arsu.de
Projektpartner
OekoFor GbR
Kartäuserstr. 39a, 79102 Freiburg
Dr. Hendrik Reers
reers@oekofor.de
juwi Energieprojekte GmbH
Energie Allee 1
55286 Wörrstadt
Katrin Frenzel
frenzel@juwi.de
Fördergeber
Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Asja Weber
Tel: 0341/30977-174
WeberA@bfn.de
Leitthema
Windenergie und VögelSchlagworte
Vögel Fauna Biologische Vielfalt Wald Windenergie Bundesnaturschutzgesetz Eingriffsregelung Gebietsschutz Artenschutz Regional Feldstudien Literaturreview und -analyse Erweiterung des Wirkungswissens Fachempfehlungen Technologieentwicklung BfN BMU Abgeschlossen Ergebnisse veröffentlichtZum Thema
Monitoringberichte und Feldkartierungen für laufendes Sachverständigen-Gutachten zu Vögeln, Fledermäusen, Zauneidechse und Feldhamster gesucht

07. November 2024, 10:00–16:00h, Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin

06. November 2024, 15:00–17:30 Uhr, Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin & online per Livestream


