
Solarparks spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der Energiewende. Hinzu kommen neue PV-Formen – wie die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik (Agri-PV) und die Nutzung von Wasserflächen als „Standorte“ von Solarparks (Floating-PV). Das Vorhaben soll vor diesem Hintergrund eine naturschutzfachlich fundierte Lenkung des Zubaus von PV-Anlagen unterstützen.
Ziel des Vorhabens ist es, die aktuellen technischen und planerischen Entwicklungen in der Freiflächen-Photovoltaik in Zusammenhang mit den Ausbauzielen zu bewerten und Optionen und Handlungsmöglichkeiten für den Naturschutz zu erarbeiten. Dabei wird unterschieden zwischen Optionen im Zusammenhang mit zukünftigen EEG-Novellen und solchen, die das Raumordnungs-, Bau- und Genehmigungsrecht, aber evtl. auch andere Rechtsbereiche betreffen und die insbesondere auf die ungeförderten Entwicklungen großer Solarparks außerhalb des EEG-Rechtsrahmens abzielen.
Unter anderem sind vorgesehen:
Im Rahmen des Vorhabens werden vorliegende Flächenpotenzialanalysen und Ausbauszenarien sowie Genehmigungsbescheide für Floating-PV-Anlagen ausgewertet. So sollen möglichst konkrete potenziellen Ausbauentwicklungen der kommenden Jahre und deren mögliche Folgen für den Naturschutz und die Landschaftspflege analysiert werden.
In dem Vorhaben wurden die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Photovoltaiknutzungen untersucht. Dies umfasst eine Bewertungsmatrix für die ökologische Einschätzung von PV-Freiflächenanlagen unterschiedlicher Anlagentypen auf verschiedenen Flächennutzungen, eine Potenzialanalyse für Floating PV-Anlagen, rechtliche Empfehlungen, wie im Rahmen einer Privilegierung naturschutzfachliche Kriterien mit integriert werden könnten, sowie eine Analyse, wie PV-Anlagenbetreibende planen, die Anlagen nach Ende der Förderperiode weiter zu nutzen. Mit Blick auf die Vielzahl von Anlagentypen und der aktuellen Geschwindigkeit beim Anlagenzubau kommt der ökologischen Bewertung der Solaranlagen eine besondere Bedeutung zu.
Die für die Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung relevanten Sachverhalte und Zusammenhänge werden in dieser Studie aufgezeigt. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit den als Standort zunehmend betroffenen landwirtschaftlichen Nutzungstypen Acker und Grünland, auch bezogen auf ihre jeweilige Bewirtschaftungsintensität. Eine Anlage auf einem durchschnittlich bewirtschafteten Ackerstandort mit geringem Biotopwert kann durch geeignete Maßnahmen im Bereich des jeweiligen Plangebietes weitgehend kompensiert werden, häufig allein schon durch das Etablieren eines dauerhaften und zumindest partiell artenreichen Grünlandbestandes. Im Einzelfall können jedoch zusätzlich Artenschutzbelange zu berücksichtigen sein. Eine deutliche Verbesserung erfordert dagegen weitergehende Biotopentwicklungsmaßnahmen im Sinne eines standortspezifisch festgelegten Ziel- und Maßnahmenkonzepts, das auch ein Pflegemanagement und ein Monitoring zur Nachweisführung umfasst. Angesichts einer Vielzahl geeigneter und weit weniger naturschutzrelevanter Standortalternativen sollten bestehende und insbesondere artenreiche Grünlandbiotope nicht als Standorte für Solarfreiflächenanlagen genutzt werden.

Zukünftige Solar-Anlagen: Technologien, Auswirkungen, räumliche Steuerungsmöglichkeiten
BfN-Schriften 712 (2024)
8 MB · pdf
Projektleitung
Bosch & Partner GmbH
Lortzingstraße 1, 30177 Hannover
Dr. Dieter Günnewig
d.guennewig(at)boschpartner.de
Projektpartner
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
Meitnerstr. 1, 70563 Stuttgart
Tobias Kelm
Stiftung Umweltenergierecht
Friedrich-Ebert-Ring 9
97072 Würzburg
Dr. Nils Wegner
Solarpraxis Engineering GmbH
Alboinstraße 36-42
12103 Berlin
Karl-Heinz Remmers
Fördergeber
Bundesamt für Naturschutz
FG II 4.3 Naturschutz und Erneuerbare Energien
Alte Messe 6, 04013 Leipzig
Friedhelm Igel
29.03.2025
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07.11.2024
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06.11.2024
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