
Im bundesweiten Verbundvorhaben werden Lebensräume für Waldfledermäuse gefördert, indem gemeinsam mit Partnern Schutzmaßnahmen in naturnah bewirtschafteten Wäldern sowie Naturwäldern umgesetzt werden.
Zur Erreichung der von der Bundesregierung beschlossenen Ziele des Windkraftausbaus (115 GW bis zum Jahr 2030) sind die Bundesländer aufgefordert, mindestens 2 % der Landesfläche zur Verfügung zu stellen. Es ist absehbar, dass Windenergieanlagen (WEA) verstärkt in Wäldern errichtet werden. Bau und Betrieb von WEA in Wäldern können sich negativ auf die Entwicklung von Fledermauspopulationen auswirken.
Neben der Schlaggefährdung ist der Lebensraumverlust als Ursache zu benennen, von dem insbesondere waldbewohnende Fledermausarten betroffen sind, die vorwiegend in und an Bäumen Quartiere suchen und auf Wälder zur Nahrungssuche angewiesen sind.
Das Projekt
Durch das Projekt „Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse“ soll bundesweit die Lebensraumqualität für durch Lebensraumverlust und Schlaggefährdung betroffenen Waldfledermausarten erhöht werden. Dabei werden vor allem die von Wochenstubenkolonien, aber auch die von Paarungs- und Wintergesellschaften genutzten Räume betrachtet. Im Mittelpunkt stehen konkrete Maßnahmen für die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und den Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri).
Damit die Schutzmaßnahmen ihre Wirkung in der Fläche entfalten, werden in dem Projekt zahlreiche Partner mit sich ergänzenden Expertisen in einem bundesweiten Netzwerk eng zusammenarbeiten. Hierzu zählen unter anderem der Bundesforst, verschiedene Landesforste, private und öffentliche Naturschutzstiftungen, Naturschutzverbände sowie ehren- und hauptamtliche Fledermausforschende.
Ausblick
Der Schutz von Mikrohabitaten (lebende Bäume und stehendes Totholz), älteren Waldbeständen und zusammenhängenden Waldlebensräumen kommt neben den Waldfledermäusen vielen weiteren Arten zugute – Fledermausschutz ist Biodiversitätsschutz. Rund sechzig Good-Practice-Beispiele dienen als Inspiration, um bundesweit zahlreiche weitere Maßnahmen anzustoßen.
Mit den im Projekt entwickelten Arten-Aktionsplänen erhalten Naturschutzverantwortliche zudem eine fundierte fachliche Basis für zukünftige Maßnahmenplanungen. Das aufgebaute Netzwerk aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Forschung soll über das Projekt hinaus bestehen und nachhaltig zu einem verbesserten Schutz von Waldfledermäusen beitragen.
Projektleitung
Naturstiftung David, Erfurt
Violetta Färber
violetta.faerber@naturstiftung-david.de
Projektpartner
Deutsche Wildtier Stiftung, Hamburg
LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V., Hilpoltstein
NABU Baden-Württemberg, Stuttgart
NABU Niedersachsen, Hannover
NABU Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Stiftung FLEDERMAUS, Erfurt
Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), Dresden
Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Mainz
Universität Greifswald
Angewandte Zoologie und Naturschutz
Prof. Dr. Gerald Kerth
Fördergeber
BfN II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Sekretariat-II-1@BfN.de
Der Projektablauf sieht zunächst eine gezielte Erhebung von Koloniestandorten der genannten Arten vor. Dabei werden bekannte Bestandsdaten ergänzt, um anschließend Schutzmaßnahmen flächenscharf zu planen.
Während der fünfjährigen Projektlaufzeit werden bundesweit mindestens 60 Schutzmaßnahmen in Form von Good-Practice-Beispielen zum Schutz von Waldfledermäusen im Bundes-, Landes- und Kommunalwald sowie im Kirchen-, Stiftungs- und Privatwald umgesetzt.
Für Waldbesitzende und Forstwirtschaftende werden darüber hinaus mindestens 75 Fortbildungsveranstaltungen angeboten und für Naturschutzverantwortliche ein Erfahrungsaustausch organisiert, um das gewonnene Wissen in die forstwirtschaftliche Praxis zu tragen.
Begleitende Kommunikationskampagnen tragen Wissen zum Lebensraumschutz der Waldfledermäuse in die breite Öffentlichkeit.
Zur Verstetigung der Schutzmaßnahmen über das Projektende hinaus werden bundesweite Habitateignungs- und -defizitkarten erstellt. Um die Arten zudem langfristig – insbesondere vor dem Hintergrund eines sich ändernden Klimas – zu schützen, werden Klimaentwicklungsprojektionen und Daten zur Reaktion der Arten auf Wetterbedingungen genutzt, um die zukünftige Verbreitung der Zielarten und das verfügbare Lebensraumangebot zu erfassen. So sollen mögliche Zukunftslebensräume frühzeitig identifiziert werden, damit diese bereits jetzt aufgewertet werden können.
Leitthema
Windenergie und FledermäuseSchlagworte
Fledermäuse Fauna Biologische Vielfalt Wald Biotope Windenergie Artenschutz Biotopschutz National Regional Feldstudien Fallstudien Fachveranstaltungen Erweiterung des Wirkungswissens BfN BMU Nationales Artenhilfsprogramm LaufendZum Thema
Monitoringberichte und Feldkartierungen für laufendes Sachverständigen-Gutachten zu Vögeln, Fledermäusen, Zauneidechse und Feldhamster gesucht

07. November 2024, 10:00–16:00h, Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin

06. November 2024, 15:00–17:30 Uhr, Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin & online per Livestream



