Naturschutz und Erneuerbare Energie

EE100 konkret – Naturverträgliche Ausgestaltung der Energiewende

Projekttitel: Konkretisierung von Ansatzpunkten einer naturverträglichen Ausgestaltung der Energiewende, mit Blick auf strategische Stellschrauben

Im Fokus

  • Quantifizierung von naturverträglichen "Reserven" der Stromproduktion
  • Die naturverträgliche Ausgestaltung von Netzen und Speichern
  • Identifizierung von Konflikten und Hemmnissen beim naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien

Kontakt

Leibniz Universität Hannover
Institut für Umweltplanung (IUP)
Prof. Dr. Christina von Haaren,
Herrenhäuser Str. 2, 30419 Hannover
Tel: 0511/762 2652
haaren(at) avoid-unrequested-mailsumwelt.uni-hannover.de 

Förderung

FKZ 3517 86 0100
UFOPLAN 2017
Laufzeit: 01.12.2017 - 31.07.2020

Der Umbau des Energieversorgungssystems muss natur- und landschaftsverträglich unter Berücksichtigung der menschlichen Ansprüche gestaltet werden. Bestehende Studien hierzu sind nach wie vor mit starken Unsicherheiten und Wissenslücken behaftet. Ein interdisziplinäres Team aus Naturschutz- und Energiesystemexperten sowie Ökonomen wird naturschutzbezogene Handlungsempfehlungen insbesondere im Hinblick auf Energieeinsparungen und die Priorisierung von Erzeugungs-, Speicher- und Übertragungstechnologien ableiten.

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ein Umbau des Energieversorgungssystems muss jedoch natur- und landschaftsverträglich unter Berücksichtigung der menschlichen Ansprüche gestaltet werden. Die starken Anreizmechanismen der vergangenen Jahre haben zu einer hohen Dynamik des Ausbaus der erneuerbaren Energien geführt. Um die Klimaschutzziele im Einklang mit den Zielen zum Schutz der Biodiversität zu erreichen, müssen dabei die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege zukünftig umfänglich berücksichtigt werden. 

Das Projekt "Naturverträgliche Energieversorgung aus 100% erneuerbaren Energien 2050 (EE100)" hat gezeigt, dass die heute etablierten Erzeugungspfade und räumlich steuernden Vorgaben oder Beteiligungsinstrumente den Herausforderungen einer naturverträglichen Energieversorgung noch nicht genügen.

Zu den offenen Fragen gehören unter anderem Belange der Siedlungsgestalt oder der sozialen Gerechtigkeit und Teilhabe und vor allem eine ökonomische Betrachtung. Die Optionen staatlicher Anreize und Regulierung und deren langfristigen Auswirkungen auf den Raum und somit Natur und Landschaft sind insgesamt noch zu wenig verstanden. Bisher nicht ausreichend bekannt ist auch die Bedeutung von Suffizienz-Strategien für den Naturschutz. 

Vorgehen

Das F+E-Vorhaben wird von einem interdisziplinären Team aus Naturschutz- und Energiesystemexperten sowie Ökonomen bearbeitet. Ein erster Untersuchungsschwerpunkt liegt auf der Quantifizierung von naturverträglichen "Reserven" der Stromproduktion, die in bisherigen Studien noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Dies betrifft Energieertragspotenziale alternativer Technologien oder Unsicherheiten in bestehenden Energieszenarien bspw. im Bereich des Artenschutzes. Ebenso ist die Frage der Externalitäten und Kosten eines zukünftig naturverträglichen Energiesystems im Vergleich mit anderen Szenarien zu klären.

Darüber hinaus soll die naturverträgliche Ausgestaltung von Netzen und Speichern im Energiesystem untersucht werden. Eng gekoppelt hieran ist auch die Frage der Dimensionierung und räumlichen Verteilung der Speicher, deren Einsatz die volatile Produktion bei sehr hohen Anteilen Wind- und Solarstrom notwendig machen wird. Den letzten Untersuchungsschwerpunkt bildet die Kommunikation. Dialoge mit verschiedenen Zielgruppen sollen Konflikte und Hemmnisse beim naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien, bei der Anpassung von Bereitstellungstechnologien sowie eines veränderten, energiebewussteren Verhaltens (Suffizienz) identifizieren helfen. Hierzu werden verschiedene Fachdisziplinen sowie Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft einbezogen. Abschließend werden naturschutzbezogene Handlungsempfehlungen insbesondere im Hinblick auf Energieeinsparungen und die Priorisierung von Erzeugungs-, Speicher-, und Übertragungstechnologien abgeleitet.

Weitere Informationen

Arbeitspakete

  1. Naturverträglichkeit des Energiesystems
    • Reserven der naturverträglichen Energieertragspotenziale
    • Unsicherheitsanalyse bestehender Energieszenarien insbesondere hinsichtlich Aussagen im Bereich Artenschutz
  2. Ausgestaltung des zukünftigen, naturverträglichen Energiesystems
    • Auslegung der Übertragungsnetze und Speicher im deutschen Energiesystem 2050 unter Berücksichtigung der naturschutzkonformen Energiebereitstellung
    • Varianten des Netzausbaus und Speichereinsatzes im deutschen Energiesystem 2050
    • Ökonomische Bewertung eines naturverträglichen deutschen Energiesystems 2050 im Vergleich – Externalitäten und Kosten
    • Energiebereitstellung und Ökosystemleistungen: Nutzen von naturverträglichen Energieszenarien für Natur und Landschaft
    • Exkurs: Ökonomische Bewertung staatlicher Handlungsstrategien, Investitionen und konkurrierender Technologien im Transformationsprozess
  3. Wissenstransfer
    • Verbesserung der Wissensbasis  auf Grundlage von Workshops und Dialogforen
    • Etablierung einer strategischen Partnerschaft verschiedener Multiplikatoren mit Öffentlichkeitswirkung (Verbände, Ministerien, Naturschutzakademien etc.)
    • Beauftragen von externen Expertisen zum Thema
  4. Handlungs- und Steuerungsoptionen 

Projektpartner

Projektleitung

Leibniz Universität Hannover
Institut für Umweltplanung (IUP)
Prof. Dr. Christina von Haaren,
Dr. Julia Wiehe
Herrenhäuser Str. 2, 30419 Hannover
Tel: 0511/762 2652
haaren(at) avoid-unrequested-mailsumwelt.uni-hannover.de
wiehe(at) avoid-unrequested-mailsumwelt.uni-hannover.de

Projektpartner

Leibniz Universität Hannover
Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES)
Fachgebiet Elektrische Energieversorgung
Prof. Dr. Lutz Hofmann
Appelstr. 9a, 30167 Hannover
Tel: 0511/762 2801
hofmann(at) avoid-unrequested-mailsifes.uni-hannover.de 

Leibniz Universität Hannover
Institut für Elektrische Energiesysteme (IfES)
Fachgebiet Elektrische Energiespeichersysteme
Prof. Dr. Richard Hanke-Rauschenbach
Appelstr. 9a, 30167 Hannover
Tel: 0511/762 14402
hanke-rauschenbach(at) avoid-unrequested-mailsifes.uni-hannover.de

Leibniz Universität Hannover
Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI)
Prof. Dr. Michael H. Breitner
Königsworther Platz 1, 30167 Hannover
Tel: 0511/762 4901
breitner(at) avoid-unrequested-mailsiwi.uni-hannover.de

TU Berlin
Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung
Prof. Dr. Stefan Heiland
Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin
Tel: 030/314 21388
stefan.heiland(at) avoid-unrequested-mailstu-berlin.de 

Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE
FuE Bereich Energiewirtschaft und Netzbetrieb
Dr. Carsten Pape
Königstor 59, 34119 Kassel
Tel: 0561/7294 265
carsten.pape(at) avoid-unrequested-mailsiee.fraunhofer.de

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz
FG II 4.3 Naturschutz und Erneuerbare Energien
Karl-Liebknecht-Straße 143, 04277 Leipzig
Jens Ponitka
jens.ponitka(at) avoid-unrequested-mailsbfn.de

Seite empfehlen

Zum Thema

06.11.2018

Broschüre zum Forschungsfeld Naturschutz und erneuerbare Energien

Der globale Artenrückgang und der Klimawandel sind eng miteinander verknüpft und reichen bis in die einzelnen Regionen Deutschlands herein. Um unsere Artenvielfalt zu erhalten, ist Klimaschutz dringend geboten – und mithin der Umstieg auf erneuerbare...

Weiter

26.09.2018

Naturverträgliche Energieversorgung aus 100 % erneuerbaren Energien 2050

Der Abschlussbericht des Vorhabens ist in der Reihe BfN-Skripten mit der Nr. 501 erschienen. Zielsetzung war es zu untersuchen, ob eine naturverträgliche Energiewende in Deutschland möglich ist und ob bzw. wie die Ziele der Energiewende und die Ziele...

Weiter

06.08.2018

Forschungsergebnisse zu Landschaftsbild und Energiewende publiziert

Das Landschaftsbild sollte bei der Planung und Zulassung von Windenergie-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen sowie von Pumpspeicherkraftwerken künftig eine größere Rolle spielen.

Weiter

Ähnliche Projekte

Wir benutzen Cookies, um Ihnen die Inhalte und Funktionen der Website bestmöglich darzustellen. Zudem verwenden wir ein statistisches Analysetool, um zu verstehen, auf welche Weise unsere Seite genutzt wird, um entsprechende Verbesserungen daran vorzunehmen. Wenn Sie keine Cookies akzeptieren, können Sie diese in Ihrem Browser deaktivieren sowie einen Opt-Out-Cookie hinterlegen, um die Speicherung von Nutzungsdaten zu verhindern. Einen entsprechenden Link finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können dann immer noch unsere Website besuchen, Ihre Sitzung wird jedoch nicht ausgewertet. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Deaktivierung.