Energiewende

Kleinwindenergieanlagen und Fledermäuse

Projekttitel: Berücksichtigung von Artenschutzbelangen bei der Errichtung von KWEA II (in Süddeutschland)

Im Fokus

  • Kollisionsgefahr für Fledermäuse an Kleinwindenergieanlagen
  • Verhaltensbeobachtung via 3D-Infrarot, Echtzeit-Wärmebild und akustische Erfassung
  • Berücksichtigung verschiedener Arten an sechs Standorten in Süddeutschland

Kontakt

Freiburger Institut für angewandte Tierökologie (FRINAT) GmbH
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg im Breisgau
Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Förderung

FKZ 3517 86 0600
Laufzeit: 01.01.2018 - 31.08.2019

Während die Gefährdung durch große Windenergieanlagen für Fledermäuse mittlerweile nachgewiesen ist, besteht in Bezug auf die kleinen Windenergieanlagen (KWEA) noch Unsicherheit. Anhand eines Vorher-Nachher Vergleiches sollen an sechs Standorten in Süddeutschland das Fledermausverhalten während der ersten Tage der Inbetriebnahme mit einer 3D-Infrarotkamera, einer Echtzeit-Wärmebildkamera und akustischen Erfassungen dokumentiert werden.

Mit dem Vorgängerprojekt  "Berücksichtigung von Artenschutzbelangen bei der Errichtung von Kleinwindenergieanlagen" (FKZ 3515 83 0200) wurden erstmals in größerem Umfang Grundlagendaten zu den Auswirkungen von Kleinwindenergieanlagen erhoben. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich aber nur schwer verallgemeinern, da die Untersuchung nur an bereits bestehenden KWEA und nur in Schleswig-Holstein durchgeführt wurde. Möglicherweise ist die Kollisionsgefahr an Standorten mit höherer Fledermausaktivität und anderem Artenspektrum erhöht, insbesondere direkt nach der Errichtung einer KWEA. Hier knüpft das Folgeprojekt in Süddeutschland an: Anhand eines Vorher-Nachher Vergleiches sollen an sechs Standorten das Fledermausverhalten während der ersten Tage der Inbetriebnahme mit einer 3D-Infrarotkamera, einer Echtzeit-Wärmebildkamera und akustischen Erfassungen dokumentiert werden. Damit keine Fledermäuse zu Schaden kommen, werden die Anlagen mit Abfangnetzen versehen und umgehend ausgeschalte, sobald ein erhöhtes Risiko ersichtlich ist. Die Anlagen werden nur während der Feldstudie unter dauerhaften Anwesenheit von mind. zwei Mitarbeitern betrieben.

Ziel ist es, herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen Fledermäuse an KWEA kollidieren können. Wir streben hier nicht nur eine räumlich-geographische Erweiterung des Ursprungsprojektes an, sondern versuchen zugleich auch eine präzisere Abschätzung möglicher Gefährdungen einer Kleinwindenergieanlage auf Fledermäuse. Durch die Auswahl von insgesamt sechs Standorten für die Beobachtungen über einen Zeitraum von jeweils bis zu fünf Tagen können verschiedene Arten berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen zu einem verbesserten Verständnis möglicher Gefahren von KWEA für Fledermäuse beitragen. Sie sollen eine solide Datengrundlage für eine sachgerechte Beurteilung von Gefährdungslagen in der Planungs- und Genehmigungspraxis bereitstellen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der allgemein guten Fähigkeit von Fledermäusen, den sich bewegenden Rotorblättern auszuweichen, Fledermausverluste an KWEA, die an Orten mit hoher Fledermausaktivität platziert sind, die aktuellen Schwellenwerte für große Windkraftanlagen erreichen oder überschreiten können. Da KWEA weniger Energie liefern als große Anlagen, sollten ihre negativen Auswirkungen auf Fledermäuse durch Vermeidungsmaßnahmen wie eine fledermausfreundliche Standortwahl oder Abschaltalgorithmen minimiert werden.

Hartman, S., Günther, F., Lüdtke, B., Hochradel, K., Schauer-Weisshahn, H., Brinkmann, R. (2021): Berücksichtigung von Fledermäusen bei der Errichtung von Kleinwindenergieanlagen – Ein Experiment in Süddeutschland. Bonn-Bad Godesberg, BfN-Skripten 604

Download

 

Hartmann SA, Hochradel K, Greule S, Günther F, Luedtke B, Schauer-Weisshahn H, et al. (2021) Collision risk of bats with small wind turbines: Worst-case scenarios near roosts, commuting and hunting structures. PLoS ONE 16(6): e0253782. doi.org/10.1371/journal.pone.0253782

Download des Papers (in Englischer Sprache)

 

 

Arbeitspakete

Arbeitspakete

  1. Optimierung der einzusetzenden Technik
  2. Auswahl der Untersuchungs-Standorte
  3. Durchführung der Verhaltensbeobachtungen im Mai-August 2018
  4. Auswertung der Aufnahmen
  5. Statistische Auswertung
  6. Zusammenstellung der Ergebnisse

Projektpartner

Projektpartner

Projektleitung

Freiburger Institut für Angewandte Tierökologie (FRINAT)
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg
Dr. Stefanie Hartmann,
Tel: 0761/28522391
hartmann(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Dr. Robert Brinkmann
Tel: 0761/20899960
brinkmann(at)avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Projektpartner

Dipl.-Ing. Klaus Hochradel,
Institut für Mess- und Sensortechnik, UMIT
Eduard-Wallnöfer-Zentrum
A-6060 Hall in Tirol
Österreich

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz
Außenstelle Leipzig
FG II 4.3/Naturschutz und erneuerbare Energien
Alte Messe 6
04013 Leipzig
Asja Weber
Tel: 03 41/ 309 77 48
WeberA(at)avoid-unrequested-mailsBfN.de

Leitthema

Artenschutz   
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