Naturschutz und Erneuerbare Energie
Windmessgerät an einem Mast im Testfeld
© ZSW

NatForWINSENT II

Projekttitel: Umsetzung der Naturschutzforschung am Windtestfeld an Land

Im Fokus

  • Vermeidungsmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse
  • Analyse von Bewegungs- und meteorologischen Daten
  • Automatisierte Erfassung von Vogelarten

Kontakt

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
Fachgebiet Systemanalyse
Meitnerstraße 1, 70563 Stuttgart
Dr. Frank Musiol
Tel: 0711 7870-217
frank.musiol(at) avoid-unrequested-mailszsw-bw.de

Förderung

FKZ 3518 86 0100
Ressortforschungsplan 2018
Laufzeit: 15.11.2018 – 31.10.2021

Das Windenergieforschungscluster Süd (WindForS) wird im Jahr 2020 auf der Schwäbischen Alb das erste Windenergietestfeld im komplexen Gelände im Binnenland in Betrieb nehmen. Das Testfeld WINSENT wird auch der Naturschutzforschung zur Verfügung stehen. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen zu Vögeln und Fledermäusen. Dabei wird das Testfeld auch schon vor seiner Inbetriebnahme für erste Forschungsarbeiten, die noch nicht auf die Windenergieanlagen angewiesen sind, genutzt und auf die schon errichteten Windmessmasten mit ihrer umfangreichen messtechnischen Ausstattung zurückgegriffen.

Das Vorhaben verfolgt das zentrale Ziel, das Windenergietestfeld sowohl für die Entwicklung und den Test von Vermeidungsmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse zu nutzen als auch Wissenslücken im Verhalten von Tieren gegenüber Windenergieanlagen zu schließen. Entsprechende Forschungskonzepte, die die besonderen Gegebenheiten des Testfelds (zwei Forschungswindenergieanlagen, vier Windmessmasten gleicher Höhe jeweils vor und hinter den Anlagen, umfassende Messeinrichtungen) nutzen, wurden im Rahmen des Vorläuferprojekts (NatForWINSENT) entwickelt und mit einschlägigen Experten abgestimmt. Wesentliche Bestandteile dieser Konzepte sollen im Rahmen des Vorhabens nun umgesetzt werden. Im besonderen Fokus stehen dabei Maßnahmen zum Schutz windenergieempfindlicher Greifvogelarten, für die die Windenergienutzung eine potenzielle Gefährdung darstellt. Dies betrifft zum Beispiel den Rotmilan, der im Untersuchungsgebiet auch vorkommt.

Die Profilzeichnung des Testfeldes zeigt die Berglage, Windrichtungen und geplante Anlagen
Schematische Darstellung des Windtestfeldes  

Vorgehen

Mindestens fünf Rotmilane sollen im Jahr 2019 mit GPS-Sendern ausgestattet werden. In der Folge werden ihre Bewegungen im Rahmen des Vorhabens fortlaufend erfasst und ausgewertet. Parallel wird ein Radargerät installiert, das den Luftraum des Testfeldgebiets kontinuierlich hinsichtlich Vogelbewegungen überwacht. Mit Hilfe einer Verschneidung der Bewegungsdaten mit den umfassenden im Testfeld erhobenen meteorologischen Daten wie Windgeschwindigkeit, Temperatur, Sichtweite u.a. aber auch der optischen Erfassung von Landnutzungsaktivitäten sollen Abhängigkeiten der Aktivität der Vögel von diesen Parametern untersucht werden. Eine Frage, die verfolgt werden soll ist beispielsweise, ob sich Hinweise auf die mögliche Entwicklung von Abschaltalgorithmen bezogen auf meteorologische Messdaten ergeben.

Für die zahlreichen inzwischen diskutierten oder bereits am Markt verfügbaren technischen Vermeidungssysteme, die auf einer Detektion von Vögeln basieren, wird zudem ein auf dem Testfeld anwendungsfähiges Testkonzept entwickelt. Ziel der Tests soll die Definition möglichst allgemeingültiger Anforderungen an solche Systeme sein.  Parallel dazu wird in einem Teilvorhaben ("BirdRecorder") an der Entwicklung und Erprobung eines Systems zur automatisierten, artspezifischen Erfassung von windkraftsensiblen Vogelarten gearbeitet.

Auch die Fledermausaktivitäten werden akustisch an allen vier Messmasten sowie später an den Windenergieanlagen in vier verschiedenen Höhen permanent erfasst und zur Untersuchung möglicher Weiterentwicklungen von Abschaltalgorithmen mit den meteorologischen Daten verschnitten.

Für die dreidimensionale Erfassung der Flugbewegungen wird ein Stereo-Wärmebildkamerasystem entwickelt. Für eine möglichst automatisierte Erfassung von Schlagopfern (Fledermäuse und Vögel) erfolgt die Konzepterstellung eines spezifizierten Detektionssystems. Konzipiert werden soll ebenfalls eine automatisierte Erfassung der Insektenabundanz in verschiedenen Höhen mit Hilfe von Insekten-Fotofallen.

Projektpartner

Projektleitung

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
Fachgebiet Systemanalyse
Meitnerstraße 1, 70563 Stuttgart
Dr. Frank Musiol
Tel: 0711 7870-217
frank.musiol(at) avoid-unrequested-mailszsw-bw.de

Projektpartner

Schweizerische Vogelwarte
Seerose 1
CH- 6204 Sempach
Dr. Janine Aschwanden
janine.aschwanden(at) avoid-unrequested-mailsvogelwarte.ch

Freiburger Institut für Angewandte Tierökologie GmbH (FrInaT)
Dunantstraße 9
79110 Freiburg
Dr. Robert Brinkmann
brinkmann(at) avoid-unrequested-mailsfrinat.de

Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH (UMIT)
- Institut für Mess- und Sensortechnik –
Eduard Wallnöfer-Zentrum 1
A-6060 Hall i. Tirol, Österreich
Dipl.-Ing. Klaus Hochradel
Klaus.Hochradel(at) avoid-unrequested-mailsumit.at

OekoFor GbR
Vordere Poche 11
79104 Freiburg
Dr. Hendrik Reers
reers(at) avoid-unrequested-mailsoekofor.de

Fachbüro für ökologische Planungen
Schubartstraße 12
73092 Heiningen
Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Lissak
wolfgang.lissak(at) avoid-unrequested-mailst-online.de

bio-scouting Thomas Klingseis
Riedstraße 46
72070 Tübingen
Dipl.-Biol. Thomas Klingseis
info(at) avoid-unrequested-mailsbioscouting.de 

Dr. Herbert Stark
Reichenau
herbert_stark(at) avoid-unrequested-mailst-online.de

Fördergeber

Bundesamt für Naturschutz
Außenstelle Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße 143
04277 Leipzig
Jens Ponitka
jens.ponitka(at) avoid-unrequested-mailsbfn.de 

Leitthema

Artenschutz 
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